Transalp 2013

Was?

Die beim gemeinsamen feiern geborenen Ideen gehören bekanntlich zu den Besten – so auch diese. Der Plan: Mit dem Mountainbike vom Süden Deutschlands an den Gardasee.
Gesagt getan. Christan und Matthias zogen alsbald die Albrecht Route aus der Tasche, mit käuflich erworbenem Tourbuch und entsprechenden GPS Daten.

Eckdaten

Folgenden Etappenzielen waren laut Tourbuch geplant bzw. vorgesehen:

1. Garmisch – Fernpass – Landeck (75 km, 1000 hm)

2. Landeck – St. Anton – Verwalltal- Ischgl – Bodenalpe (75 km, 2200 hm)

3. Bodenalpe – Fimberpass – Scoul – Passo Costainas – Münstertal (65 km, 2000 hm)

4. Münstertal – Val Mora – Bormio – Le Prese – Val Rezzalo (La Baita); (74 km, 1900 hm)

5. La Baita – Gaviapass – Passo Tonale – Dimaro – Madonna di Campiglio (82 km, 2350 hm)

6. Madonna di Campiglio – Val d’Algone – Stenico – Riva – Torbole (65 km, 1200 hm)

Insgesamt ca. 435 km und 10.500 Höhenmeter

Soweit der Plan. Die Umsetzung wich in 2 Punkten leicht vom Vorschlag ab. Zum einen starteten wir in Füssen statt Garmisch, zum anderen wählten wir für Tag 4 eine Alternative über die Uina-Schlucht, der Preis: tolle Aussicht, jede Menge Geschiebe, 2 – 3 HM mehr. Alles in allem absolut lohnens- und empfehlenswert!

1. Etappe: Füssen – Landeck

Mit dem Auto nach Füssen. Ab Ortsausgang Richtung Hohenschwangau wird aufgesessen und los gehts. Die ersten Kilometer purzeln wie nix, vorbei an neuschwansteiner Japanern ab in den Wald, Ziel heute: Landeck. Unterkunft haben wir keine vorgebucht, da Landeck gross genug und keine besondere Urlaubssaison ist. Unternkuft für heute ist Gasthof Greif, Einrichtung einfach, nicht mehr ganz auf Höhe der Zeit dafür aber sauber, kein Preiskracker. Fertig.

Kleine Anekdote: Die Abstellmöglichkeit für die Räder soll ein Hinterhof der vis-a-vis liegenden Flaschnerei sein. Gesichert durch ein Schiebetor, sonst ordinärer Hinterhof. 2 Rennradfahrer mit edlem Carbon-Gerät äussern Bedenken bzgl. des doch einfach zugänglichen Hinterhofs. Der Hotelwirt wird daraufhin leicht ungehalten mit dem Hinweis „[…] jo glaab’i’s noch!? Hier wohn‘ ehrliche Leut‘, mir sin‘ hier in Südtirol und net in Italien!“
 
 
2. Etappe: Landeck – Bodenalpe

Unspektakuläres Frühstück, Bikes vom Hinterhof holen und los. Anmerkung: Das Sitzfleisch meldet Anwesenheit, bin gespannt wie sich das die nächsten Tage entwickelt. Der Weg steigt moderat aber stetig und verläuft hauptsächlich durch locker bewohntes Gebiet über St. Anton a. Arlberg über Ischgl ins Fimbatal hinauf zur Bodenalpe. Der letzte Anstieg zieht sich, das Sitzfleisch meldet sich jetzt sehr deutlich. Oha. Die Bodenalpe zeigt sich als ziemlich neu, mit Hüttenflair hat das aber nix zu tun (z.B. gibt’s einen Fahrstuhl). Zimmer sind gut und modern, Essen ist auf 7 „terminiert“, Abweichungen werden seitens der Wirtin nur unter Schmerzen aktzeptiert 😉

Anmerkung: Alle anderen Gäste sind ausnahmslos Biker, die meisten machen eine Transalp. Wir kommen mit einer Truppe aus Illertissen ins Gespräch, die uns einen Umweg bzw. Abstecher über die Uina Schlucht nahelegen. Seeehr empfehlenswert, absolut sehenswert und überhaupt muss man das als ordentlicher Transalper gesehen haben. Na gut, gekauft!
 

3. Etappe: Bodenalpe – Santa Maria

Guten Morgen, sehr übersichtliches Frühstück aber wir werden hinreichend satt. Kofferpacken, Matthias‘ Schaltung inspizieren (es hakt und rattert) und Abflug Richtung „Sur En“ zum Ein- bzw. Aufstieg in die Uina Schlucht. Nach Verlassen der Bodenalpe weckt uns erstmal ein geschmeidiger Anstieg von 800hm, es soll nicht der letzte sein.

Anmerkung: Sitzen bereitet ab jetzt keinerlei Freude mehr. Freue mich mittlerweile über jede Schiebepassage, im Wiegetritt ist die Luft dann doch zu schnell raus.

4. Etappe: Santa Maria – La Baita

Ojee. Noch so eine Etappe wie gestern und ich brauche einen Ersatzarsch oder einen Sherpa. Keine Ahnung wie das heute klappen soll, was soll’s. Ziel für heute: „La Baita“, eine abgelegene Hütte auf 1800m. Eigentlich voll belegt, nach Telefonat mit Wirt Alessandro (spricht deutsch) bietet sich uns die Möglichkeit in einer Nachbarhütte zu nächtigen. Auch gut, nehmen wir. Hätten wir die Unterkunft nicht bekommen, hiesse das entweder am selben oder am nächsten Tag 1000hm extra. Nee, lieber nicht.

La Baita erreicht man nach einem 1000hm Anstieg, die letzten 3km mit Schiebeeinlage – die gemittelten 15-20% Steigung sind zu dieser fortgeschrittenen Stunde doch eher nix. Alessandro tischt gewaltig auf. Es gibt mehrere Bruttoregistertonnen Risotto mit Salat, danach Kaninchen, lecker! Absolut empfehlenswert! Sonstige Gäste sind – was wohl sonst – Transalpler. In diesem Fall eine übersichtliches Grüppchen von 16 Mann. Na dann viel Spass.

5. Etappe: La Baita – Dimaro

Gut geschlafen, Sonne scheint, Frühstück gut. Hintern hat sich etwas gebessert bzw. der Verfall stagniert. Was will man mehr! Wir verabschieden uns und starten gleich mit fluffigen 800hm zum wach werden. Heute läuft’s ausgezeichnet, Hintern hat seine verhornten SItzkerben gebildet und ich kann Gas geben. Vom Pass geht es einen endlosen Trails seicht bergab. Sehr geil! Matthias und ich kommen auf unsere Kosten, Christian ist in seiner Trail-Euphorie noch etwas zurückhaltend und überlässt uns die Piste. Das könnt ich den ganzen Tag machen!

Kleine Highlights zwischen drin: 2 Brückchen haben wohl die Schneeschmelze oder die ein oder andere Lawine nicht überlebt. Einmal half ein grosses Schneebrett das eine natürliche Brücke bildete. Beim anderen Mal gab’s nasse Füsse. Wir erreichen unser Hotel Serena in Dimaro, ebenfalls nicht vorgebucht. Hotel sieht gut aus, Preis ist auch gut: 35€ mit Frühstück für ein Doppelzimmer. WIr treffen zwei lustige, norddeutsche Transalpler (wieder), mit denen wir abends essen gehen.

6. Etappe: Dimaro – Riva del Garda

Ausgezeichnet geschlafen, tipp-topp Frühstücksbuffet an dem nichts fehlte. Sachen packen und auf zur letzten Etappe. Meine körperliche Verfassung verbessert sich jetzt wieder von Tag zu Tag, lediglich die Knie melden sich zunehmend. Das macht insbesondere Matthias zu schaffen. Wir reduzieren dann einvernehmlich unsere hohen Ziele um den ein oder anderen Höhenmeter und beschränken uns auf das Ankommen in RIva.

Fazit:

Strecke: 487km
Höhenmeter: 12562m

Wow. Landschaftlich super, „schaffbar“ anstrengend, streckenweise schmerzhaft, lustige Leute kennengelernt. Alles in allem viel erlebt, viel Sport getrieben. Kann also wiederholt werden.

Packliste: Regen-/Windjacke, 1 x Langarmtrikot, 1 x Kurzarmtrikot, 3 x Socken, 1 x kurze Radlerhose, 1 x lange (isolierte) Radlerhose, 1 Sportshirt (Hütte), 1 lange Trekkinghose, 1 Short, 3 x Unterhose, lange softshell Handschuhe, Neoprenüberschuhe, wasserdichte Short, Armlinge, Beinlinge, 1-Hilfe Pack, kl. Duschgel, kl. Rei i.d.T., Zahnpasta + Bürste, kl. Sonnencreme 30, Hirschtalg Salbe, Radschuhe, 2 grosse Müllbeutel, 6 Energieriegel, 2L Wasserblase, 2 x Ersatzschlauch, Minitool, Kettennieter, Pumpe, Flickzeug (Schlauch und Mantel), kleine Knipse, Handy + 2 Extraakku, Ladegrät, Helm

Rucksack 25L, 4.5kg gesamt

Was hat gefehlt: leichte Schuhe (wandert sich besser als mit Radschuhen & für die Hütte), extra T-Shirt (auch für abends in der Hütte)

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