Zentralamerika

Was?

Drei Herren mit gleichen Vorstellung bezüglich Urlaubskonzept. Soll heißen: Tour, zur Not Rundreise, nur nicht organisiert also fernab des Pauschalurlaubs, quasi Kategorie Backpacker mit maximaler Flexibilität hinsichtlich Routenwahl… An Ideen mangelte es nicht, mögliche Ziele wie „Indonsien, Amazonien, Südamerika (einmal mehr), Sri Lanka und Zentralamerika“ standen schnell auf der Liste. Der ein oder andere hatte Vorlieben – einig war man sich dann aber bei Zentralamerika.

Wohin und Wie?

Start und Ziel unklar, sollten nur verschieden sein – d.h. Gabelflug. Selber fahren erwies sich als zu stressig, da in diesem Teilkontinent Grenzübertritte mit Mietwagen eher unüblich sind oder gar unmöglich scheinen. Zumal der geneigte Mittelamerikaner sowieso Bus fährt. Sodann. Von Nord nach Süd. Zeitansatz knapp 4 Wochen. Konkret: Start in Mexiko, genauer Cancun wegen Internationlem Flughafen, weiter nach Belize auf die Cayes in der Karibik, Guatemala, ggF. Honduras, Rückflug Guatemala City. Routenplanung erfolgte nach bewährtem Konzept. D.h. Must-See-Spots in google-maps markieren, Internationale Flughäfen hinzufügen, alles mit einer Linie verbinden und an Zeitplanung anpassen. Fertig. Bis auf geringe Abstriche konnten wir unsererm Plan treu bleiben. Bereist haben wir schließlich folgende Route:

Mexiko / Cancun / Chichen Itza

Flug über Stuttgart, Amsterdam, Mexico Stadt, Cancun. Aussteigen nach 20h Reise und das Klima-Brett schlägt zu. Gefühlte 100% Luftfeuchtigkeit bei 28°C und das gegen 23.00h. Oha! Cancun ist für sich genommen keine Reise wert. Die Nähe zur Inka Tempelanlage Chichen-Itza und ein Internationaler Flughafen reichten aber als Grund um hier zu beginnen.

Cancun selbst: netter Strand, das ein oder andere nette Restaurant aber schäbige (Innen-)stadt – erinnert an Gran Canaria’s Playa de Ingles. Unserem Backpacker Hostel „Mundo Joven“ kann man aufgrund der chilligen Dachterasse mit Bar und Whirlpool durchaus empfehlen. Die Räume sind charmlos aber zweckmäßig. Wir hatten Glück, da uns aufgrund von Vorsaison ein 10er Zimmer zu Dritt zur Verfügung stand.

Chichen-Itza

Rechtfertigt eine 3-4h Fahrt mit dem Bus. Zahlreiche Touri-Tourer bieten in Cancun an allen Ecken Ausflüge zur Tempelanlage an, die Preise sind überall ähnlich. Die Anlage und das Drumherum ist touristisch ausgelegt. Dutzende Reisebusse, aberdutzende Souvenirstände und „freiberufliche“ Touriführer, die dem interessierten Zuhörer tatsächlich mit umfangreichen Infos und Klatscheinlagen (!) versorgen und bespassen. Natürlich gegen eine entsprechende Gebühr.

Mexiko / Tulum

Vom nächsten Zentralbusbahnhof geht es mit dem Reisebus entlang der Küste nach Tulum. Zu sehen gibt’s entlang der Strecke nicht viel, da die Straße einfach durch den Busch gebaut wurde. Hin und wieder kommt wir an Cenoten vorbei, die angekuckt oder bewandert werden können. Gäbe es die Tempel am Strand nicht, gäbe es Tulum nicht. Die Tempelanlage hat verblüffende Ähnlichkeit mit der Szenerie von „Far Cry 3“, Palmen direkt am Strand, sehr gefällig. Stadtkern ist quasi die Hauptstrasse die entlang der Küste von Cancun Richtung Belize führt. Diverse Backpacker, Souveniershops, Futterbuden und die ein oder andere nette Bar – alles in allem aber ebenfalls sehr touristisch. Das ursprünglich angepeilte, vom Lonely Planet hoch gelobte Backpacker erwies sich als Reinfall. Wie sich herausstellte musste das Original umziehen und verlor damit wohl vollständig seinen Charme. Der Ersatz kann nichts bieten, vielleicht weil er sich noch im Umbau befindet. Zum Schlafen reichts. Schade.

Cenote-Schnorcheln

Tauch- und Spasssportanbieter bieten Touren zu den nahegelegenden Cenoten an. Klingt gut. Tulum ist berühmt für das vermutlich größte Höhlensystem der Welt. Einige davon können beschnorchelt oder betaucht werden. Mit Guide selbstverständlich. Machen wir. Equipment besteht aus Taucherbrille, Neopren, Flossen, kleiner Taschenlampe. Wer unter Platzangst leidet sollte sich eine derartige Unternehmung gut überlegen. Um von einer in die nächste Höhle zu kommen müssen z.T. Deckenhöhen von 30-40cm über der Wasseroberfläche schwimmend passiert werden. Lichtverhältnisse sind naturgemäß beschränkt. Wen das nicht scheut: Unbedingt machen, uneingeschränkt empfehlenswert!

Caye Caulker / Belize

Weiter gehts nach Chetumal, natürlich via Bus. Von dort dann zum eigentlichen Ziel Caye Caulker überzusetzen. Wie sich glücklicherweise herausstellte können wir am selben Tag noch ein Platz im Wassertaxi bekommen und übersetzen. Sehr, sehr gut. Chetumal bietet nichts was man gesehen müsste, ein typischer Grenz- und somit Durchreiseort.

Vom Busbahnhof also direkt zum Hafen Wassertaxi-Ticket kaufen. Kein Problem. Zwei, drei Reisebiers besorgt (Reise Cuba-Libre hatte leider noch keiner erfunden…), ins Boot und los. Wassertaxi macht ordentlich Dampf. Zwischenstopp auf San Pedro um die Einreiseformalitäten nach Belize in einer Zollstation der Größe einer Pommesbude zu regeln, karibische Entspannung zeigt sich also auch bei hiesigen Zollbeamten. Weiter nach Caye Caulker. Karibik ist schön! Der geneigte Leser mag mir die zusätzlichen Caye Caulker Passagen entschuldigen – ohne Übertreibung war es meinem Empfinden nach ein Highlight.

Zur Insel: max. 2 stöckige Gebäude, tropisch warm, nein heiß, selbst wenn es wie aus Badewannen schüttet. Keinerlei asphaltierte Straße, alles, wirklich alles! sehr chillig. Zu erwähnen: Badespass mit Carlos. Jeder kennt Carlos. Der Tauch-Schnorchel-Guru der hiesigen Karibik-Hemisphäre. Schnorcheltrip buchen und am 2-größten Riff der Welt schnorcheln. Olala! Inklusive Snacks und Rum (gemischt?! weiß nicht mehr.) ein herausragender Tag. Carlos: Danke!

 

Belize-City / Belize

Zack. 4-Nächte auf der Insel waren Rum (ha, ein Wortspiel). Belize-City holt uns wieder auf Normalnull des Festlandlebens zurück. Wahrscheinlich liegts am Dauerregen. Kaum das Boot verlassen und schon umringt von „Taxivermittlern“. Alle bieten den (!) sicheren Trip zum Hotel der Wahl für nur 20 US$. Hoppala. Der tatsächliche Taxitrarif beläuft sich auf 20%. Bestes Hotel der Stadt im 3-Bettzimmer für 90€, nicht das günstigste aber nah am größten Krankenhaus im weiteren Umfeld. Thomas Kreuzband meldet Bedarf! Thomas geht zum Doc, Daniel und ich streifen durch Belize-City. Oha, Caye Caulker ist so unglaublich weit weg…

Flores / Guatemala

Im Toyota Bus nach Flores. Nichts gegen Toyota Busse. Nur wenn man selbst mit meinen überschaubaren 175cm bei aufrechter Sitzweise dem Vordermann eine Lordose-Massage mit seienen Knien verpasst, kann es nach 5h Fahrt doch nerven. Egal. Es wird deutlich hügliger, unspektakulärer Grenzübertritt, Ankuft in Flores in einem Hostel in 2ter Reihe zum See. Keine Backpacker-Szene, keine Abendgesellschaft außer unserer eigenen. Hmmm. Nette Promenade mit netten Bars und netten Restaurants. Jaja, ganz nett. Erinnert ein wenig an guatemaltekische Version von Meersburg am Bodensee – also alles ziemlich geleckt.

Lanquin / Guatemala

Nächstes Ziel Lanquin bzw. Semuc Champey. Google verspricht viel. Die Fahrt gefällt mir. Asphaltierte Straßen werden bald verlassen, der Weg geht über kleine Orte und Überlandstraßen, urigen Flußüberquerungen in selbstgeschweißten Fähren. Yes, so stell ich mir eine Fahrt durch Zentralamerika vor! Die letzten 30km nach Lanquin werden nochmal spaßig. Es ist mittlerweile dunkel und die Straße hat die Qualität eines alpinen Wirtschaftswegs. Eigentlich mit 2 Bussen gestartet stehen wir irgendwann mitten im Dschungel und warten auf Bus Nummer 2. Lobpreiset den Busfahrer! Er stoppt im absoluten Nirvana am einzigen Tante-Emma Laden der zu der Stunde noch geöffnet hat.Hier weilt zu fortgeschrittener Abendstunde das gefühlt gesamte Dorf vor dem (wahrscheinlich) einzigen Fernseher. Wir kaufen unter dörflicher Beobachtung 2, 3 Straßenbiere und warten auf den Nachfolgebus. Dieser kommt irgendwann und Lanquin ist bald erreicht.Lanquin ist auf Backpacker eingerichtet. Jede Menge Locals fischen die Ankömmlinge ab und preisen die örtlichen Backpacker-Hostels an. Wir entscheiden uns für das „Zephir“ und werden es nicht bereuen!

Zephyr Lodge

Geniale Lage auf einer Anhöhe mit Blick über Dschungel, Fluß und Berge. Die Duschen verdienen eine Erwähnung. Der Duschkopf ist im Fensterrahmen angebracht. D.h. hüfthohe Außenmauer, dann offenes Fenster vor dem man quasi duscht. Nicht schlecht.. Hütten und Haupthaus im z.T. offenem Baumhaus-Style. Extremst entspannte Athmosphäre – null Stress, null verkrampft. Ach was red‘ ich, Prost!
Uneingeschränkteste Empfehlung aller Zeiten, wenn man mit der Feierwütigkeit des Personals und Gäste klarkommt.

Semuc Champey

Tief, tief im Dschungel, da muß man erstmal hin. Hyunday Allrad-Kleinlaster ist das Fortbewegungsmittel der Wahl. 8-10 Leute passen auf die Ladefläche und los geht’s. 30Min. 10km durch den Dschungel vorbei an kleinen Kaffeeplantagen, dem ein  oder anderen Kakaobaum und wir sind da. Tagesaufgabe heute: Affenschaukel in Fluß, Höhlen-klettern, -schwimmen, -tauchen, -springen. Alles mit Kerze versteht sich. Cool! Leider nicht kreuzbandverträglich somit blieb Thomas leider draußen. Dann noch von Brücke und Baum in Fluß springen. Sehr, sehr abwechslungsreich und somit empfehlenswert.

Lanquin nach Rio Dulce / Guatemala

Heiter weiter im Kleinbus durch die Pampa Richtung Karibik, genauer Rio Dulce. Sollte in 4-5h erledigt sein. Der wie üblich im Hostel gecharterter Kleinbus mutiert zwischenzeitlich zum öffentlichen Kleinbus. Willkommen, nur herein. Für die nächsten 20-30km begleitet uns eine einheimische Familie. Sehr witzig. Die Straße schwankt in der Qualität zwischenzeitlich stark zwischen  Acker und Ackerfurche. Tja, bleibt mehr Zeit zum Kucken. So zum Beispiel wie ein ausgewachsener Autobahnasphaltier-Bulldozer auf einen schlichtweg zu kleinen Tieflader verladen werden soll (hier ein Klötzchen da ein Keilchen wird’s schon tun…). Die Fahrt zieht sich, anfangs mit satten ca. 20km/h gegen Ende haben wir die Geschwindigkeit verdoppelt. Das Dörfchen Rio Dulce nehmen wir nur als Hafenausschnitt war. Wassertaxi-Ticket nach Livingston lösen und ab geht die 2h Fahrt. Der „süße Fluß“ ist zu Anfang als solches nicht erkennbar, da „El Golfete“ eher einem kleinen aber langen Bodensee gleicht. Im letzten Drittel zeigt sich der Fluß umsäumt von Regenwald und Bergen. Zwischenstopp an einer Bar die als Besonderheit heiße Quellen in der Uferzone des Flußes hat. D. h. die ersten 2m ab Ufer 50°C dann 25°C. Witzig.

Livingston / Guatemala

Nach angenehmer 2stündiger Fahrt von Rio Dulce aus legen wir in Livingston an. Der Hafen ist die einzig Verbindung zum Rest der Welt, Livingston ist quasi eine Festlandinsel. Die Livingstoner Skyline wird dominiert von kleinen z.T. etwas schäbigen, bunt-rustikalen Holzhütten. Das Hafenbild ergänzt die Szenerie . Alles recht einfach aber nicht unangenehm. Zudem ist es tropisch warm, die Sonne scheint, es gibt Palmen, wir sind entspannt. Livingston Downtown besteht aus einer 500m langen Straße, gesäumt von einfachen Restaurants, Minimärkten und Bars.

Casa De La Iguana

Unser Backpacker für heute Nacht ist das „Iguana“ („Casa De La Iguana“) und folgt einer Empfehlung vom Zephyr in welchem sich zufälliger Weise gerade der Besitzer des Iguana’s befand. Das Iguana ist ganz nett. Kleine saubere Hütten, alles recht übersichtlich, hat aber seinen Charme. Die Chefin – wie sich schnell herausstellt – ist kein Kind von Traurigkeit. Wir treffen die üblichen Amerikaner, Kanadier, Australier. Prost!

Anmerkung: die amerikanische Spielart des schwäbischen „Mäxle“ nennt sich „Bullshit“. Bestraft wird mit alkoholisiertem Bonbonsaft (Skittle). Ich verweigere.

Playa Blancha

Das Freizeitangebot in Livingston ist übersichtlich. Aufgrund der Wasserqualität kann nicht in Stadtnähe gebadet werden. Deshalb mit dem Wassertaxi 1h Fahrt zum Playa Blancha. Lohnt sich. Das Wasser ist zwar immer noch nicht glasklar aber der Strand kann was. Wir verbringen hier den halben Tag und tun im wesentlichen Nix!

Puerto Barrios nach Antigua / Guatemala

Nach 2 Nächten im Iguana geht’s weiter mit dem Wassertaxi (wie auch sonst) Richtung Puerto Barrios. Tagesziel ist Antigua westlich von Guatemala City, also einmal quer durchs Land Richtung Pazifik. Außer dem nächsten Ziel muss man eigentlich nichts wissen. Geeignetes Fortbewegungsmittel, empfehlenswerte Hostels am Zielort etc. können andere Backpacker oder das Hostel-Personal aufzählen. 1.5h Bootsfahrt entlang der Karibikküste, vorbei an pompösen Anwesen der guatemaltekischen High-Society vergehen recht schnell. Puerto Barrios ist wieder ein typischer Durchgangsposten. Also Taxi vom Hafen zum Busbahnhof und Ticket nach Antigua kaufen. Beim Ticketkauf stellen wir einmal mehr fest, wie praktisch jetzt grundlegene Spanischkenntnisse wären. Nuja, die Faulheit obsiegte. Die Busse für längere Überlandfahrten sind beeindruckend: doppelstöckige 4-Achser mit 1. und 2. Klasse, einer Saftschubse. Selbst in der Holzklasse sind die Sitze vergleichbar mit der 1. Klasse der deutschen Bahn. Respekt. Preis für die 5h Reise: 26€ pro Person bis Guatemala City. Geht klar. Kurz vorm Einsteigen stell ich fest, dass mein Handy fehlt. Shit. Geklaut wurde es nicht, muss mir im Taxi aus der Hosentasche gefallen sein. Der Knopf, der das verhindern sollte hat sich ebenfalls verabschiedet. Der Taxifahrer freut sich…

Gua(temala)-City / Antigua

Dauerstau. Der mit Abstand zäheste Teil einer ereignislosen Busfahrt. Vom Stadteingang bis zum zentral gelegenen Busbahnhof vergehen 2h. Umsteigen auf eine 5 Nummern kleinere Variante und zurück in den Stau Richtung Antigua. Einziges „Highlight“: Im dichtesten Stadtverkehr fährt neben uns ein Kleinwagen der von einem 8jährigen gefahren wird. Der vermutliche Vater sitzt auf dem Beifahrersitz und pennt… Andere Länder, andere Sitten. Nach weiteren 2-3h kommen wir endlich in Antigua an. Es ist mittlerweise dunkel, wir sind kaputt – so wie Thomas‘ Knie bzw. Kreuzband. Selbiges macht uns das Reisen nicht grad einfach und trägt auch jetzt nicht zur Erheiterung bei. Wir unterscheiden uns spontan für „the yellow house“ als Unterkunft für die nächsten 2 Nächte.

Antigua / Guatemala

Das Hostel macht einen sehr ordentlichen & gepflegten Eindruck. Verglichen mit den vorherigen Hostels könnten man es fast als spießig ordentlich bezeichnen. Nach ausgelassenen Partys sieht’s hier zumindest nicht aus was zur Abwechslung auch mal ganz genehm ist. Guten Morgen Antigua. Gut geschlafen! Das Hostel bietet ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet. Die Omlettes sind spitze. Plan für heute: Stadt erkunden, Ball flach halten und Infos bzgl. Vulkanwanderung in Erfahrung bringen. Antigua ist eine alterwürdige Stadt. Ausnahmslos historische, teils restaurierte, teils verfallene Gebäude, Straßen mit Kopfsteinpflaster. Ein Großteil der imposantesten Gebäude bzw. Ruinen sind Klöster oder Kirchen. Nach mehreren Erdbeben wurden sie mehrfach wieder aufgebaut oder ihrem Schicksal überlassen. Tourismus spielt hier eine große Rolle. Verglichen mit den bisherigen Sationen hat der Pauschaltourismus Einzug gehalten, was sich an den Duzenden Souvenirshops, aufpolierten Gebäudefassaden an der Promenade erahnen läßt.

Pacaya

Das Klima ist aufgrund der Höhe deutlich kühler. Sobald die Sonne untergegangen ist sind lange Klamotten angesagt. Ohne Decke geht nachts nichts mehr. Antigua ist umgeben von mächtigen Vulkankegeln, einige sind noch aktiv. Wollen wir sehen. Der Vulkan der Wahl ist der Pacaya der zu den weltweit Aktivsten zählt. Der Pacaya liegt innerhalb eines National Parks von dessen Eingang der 2-stündige Aufstieg beginnt und auf einem Plateau endet. An den Kraterrand dürfen wir nicht. Oben angekommen sieht man leider nicht sonderlich viel. Schnell ziehende Wolken versperren so ziemlich jede Sicht, so sehen wir leider keine Erruption oder Lavaströme zudem ist es ziemlich windig und kühl. Alles in allem aber eine „nette“ Wanderung.

Antigua ist ganz nett, kann man sich durchaus anschauen – insbesondere wenn Interesse an historischer Architektur und dem Flair kolonial-barocker Zeit besteht. 2 Nächste reichen vollkommen um einen Wanderausflug und eine Stadtbesichtigung zu machen.

Lago de Atitlan

Wir bleiben im Hochland. Nächstes und vorletztes Ziel ist San Pedro de Laguna am Lago di Atitlàn. Reisemittel ist wie in diesen Gegenden üblich der für seine Beinfreiheit berühmte Kleinbus. Bis zum Ziel steht eine 3h Fahrt an. Kindergarten. Wir sind im Hochland, somit ist’s recht kurvig und hüglig – dafür aber natürlich schön und landschaftlich abwechslungsreich. Die Anfahrt zum See erinnert stark an die Alpenregion rund um die norditalienischen Seen. Wir peilen das  am See gelegene San Pedro an, berühmt für seine Backpacking-Szene mit angeblich ziemlich chillige Hostels. Lonely Planet konsultiert und für das „Zoola“ entschieden. Also gut. Das „Zoola“ zu finden ist nicht ganz einfach. Die Straßen in San Pedro sind ebenfalls italienisch, schmal und verwinkelt.

Es dauert aber wir finden unser Ziel. Grundstück: 20m breit 100m lang, Uferzone 5m breit, bietet zwar keine direkte Bademöglichkeit im See, baden will man hier aber sowieso nicht. Algen und Seegrass wachsen hier wie die Pest. Das Ergebnis zügelloser und jahrzehntelanger Düngung der angrenzenden Felder. Zudem hat vor Jahren ein Erdbeben den Abfluß stark reduziert, was einen um mehrere Meter gestiegenen Pegel zur Folge hatte.

Für Freizeitbespaßung bieten sich diverse Möglichkeiten. Das bergige Umfeld bietet Wandervögeln zahllose Möglichkeiten, Trips zu Dörfern entlang des Sees um Kaffeeplantagen etc. anzuschauen, Ziplines verschiedener Länge, Paragliden. Zum einen haben wir nur begrenzt Zeit zum anderen kommt eine Bergbesteigung für Thomas (Knie) nicht in Frage. Der Kompromis: Thomas Kaffeeplantage, Daniel und ich wählen den Aufstieg zur Indian Nose. Letzteres war äußerst schweißtreibend, zum einen plagt mich eine Erkältung, zum anderen war der letzte Abend sehr alkoholhaltig. Selber Schuld. Die Mühen waren es aber wert.

Monterrico / Guatemala

Oh verdammt, die Zeit vergeht dann doch gnadenlos schnell. Insgesamt hatten wir knapp 4 Wochen zur Verfügung. Bleiben jetzt noch 4 Tage die wir möglichst „Nutz-bringend“ am Pazifikstrand verbringen wollen. Das übliche Busticket kaufen und ab nach Monterrico. Fahrzeit 8h, der Weg führt uns wieder über Antigua. Unglücklicherweise in einem Kleinbus mit bekannt bescheidenem Fußraum. Glücklicherweise begleiten uns 2 Mädels die wir bereits in Lanquin kennengelernt haben. Auch diese Fahrt zieht sich, das Ziel war die Sitz-Odysee aber wert.

El Delphine gefällt uns ziemlich gut. Direkt am Pazifikstrand gelegen, angenehme Athmosphäre, keine Party location sondern eher auf Strandurlaub ausgelegt. Pool, Tischtennisplatte, Beachvolleyball, Sandstrand, Bars nettes Flair. Einfach gut. Am letzten Tag genehmigen Thomas und ich uns noch zwei Quads und brettern nach anfänglichen Startschwierigkeiten den Strand hoch und runter. Am Abreisetag geben Daniel und ich uns nochmal die Frühaufsteher Packung und machen eine Mangroven-Sumpf Tour mit. Thomas zieht Ausschlafen vor, Sonnenaufgangstouren haben sich nicht bewährt. Prinzipiell hat er ja Recht aber schlafen kann ich im Bus 😉

Aus und vorbei

Das wars. Letzter Tag. Zeug packen, Busticket nach Gua-City kaufen und los geht’s. Die Strecke ist altbekannt über Antigua, umsteigen dann weiter nach Guatemala City. Die Fahrt vergeht recht schnell. Einchecken bei 27°C, 18h-Flug, 3h Zug. Zuhause bei 8°C.

Fazit

Von Mexiko haben wir nur wenig kennenlernen können. Abgesehen von Cancun aber ein eindrucksvoller Trip mit allem was man so erwartet: Dschungel, Cenoten, Maya-Tempel, Strände. Definitiv empfehlenswert. Wen das medial hochgekochte Kriminalitätsthema beschäftigt: Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt „geängstigt“ oder eine „komisches“ Gefühl gehabt. In wie weit die Kriminalität weiter nördlich zunimmt können wir nicht sagen. Dennoch, die örtliche Polizei erinnert entweder an schlecht bezahlte Nachtwächter oder eine hochgerüstete Militäreinheit.

Belize unterscheidet sich dann doch. Das eindruckvollste ist sicherlich das vor der Haustür des winzigen Landes liegende 2 größte Riff der Welt, welches über die vorgelagerten Inseln sofort erreichbar ist. Zum anderen sind da die Garifuna, englischsprachige afrikanisch-indigene Bevölkerung mit ihrem ganz eigenen Stil von >>go slow my brodda from anotha motha<<. So ähnlich stell ich mir Jamaika vor.

Guatemala nahm mit Abstand den größten und vielschichtigsten Teil unserer Reise ein. Karibik, Dschungel, Hochland und Pazifikküste. Von winzigen Dörfern über historische Altstädte bis hin zum Moloch Guatemala City ist alles dabei.

Wie schon auf den letzten Reisen festgestellt bewegt man sich zumeist auf bekannten Wegen. So trifft man einige Backpacker immer wieder. Zudem muss nichts neu erfunden werden. Weder ist man der erste Rucksackreisende der sicht tagestrip-weise durch ein Land bewegt und ein Folge-Hostel sucht, noch muss man besonders erfinderisch bei der Wahl des Transportmittels sein. Gab’s alles schon tausend Mal. Das Hostel-Personal kann i.d.R. alle möglichen nächsten Backpacker-Ziele und die zur Verfügung stehenden Reisemöglichkeiten wie ein Mantra herunterbeten.

Alles in allem ein toller Trip, viel gesehen, klasse Parties, nette Leute, jede Menge Natur, günstig… Lediglich die Busreiserei verhindert doch den ein oder anderen unplanmäßigen Abstecher.

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